Pflanzen machen das Becken schöner
Hand aufs Herz: Ein schön bepflanztes Terrarium zieht doch schnell alle Blicke auf sich und sieht doch auch wesentlich hübscher aus als ein „nackter“ Glaskasten. Aber nicht nur der optische Eindruck ist direkt ein besserer, auch für das Klima im Terrarium sind Pflanzen ein wichtiger Faktor und leisten gute Dienste. Zugegeben: Oftmals sind die Pflanzen schwieriger am Leben zu halten als die Tiere :o) Aber mit ein paar kleinen Tipps und Tricks, gelingt auch dieses Unterfangen.
Welche Pflanzen für welches Terrarium
Zunächst einmal stellt sich die Frage, welche Pflanzen für mein Terrarium und mein Tier überhaupt geeignet sind, denn genau wie das zu pflegende Tier stellen Pflanzen Ansprüche an Feuchtigkeit, Standort, Helligkeit, Temperatur, Nährstoffe usw. Wir möchten Euch hier einfach mal einen kleinen Überblick geben, welche Pflanzen für welche Tiere und welches Terrarium geeignet sind.
Pflanzen fürs Regenwaldterrarium (Groß)
In großen Regenwaldterrarien werden oftmals Chamäleons, Kronengeckos, Leguane, Taggeckos und groß werdende Laubfrösche gehalten. Wichtig bei all diesen Tieren sind Pflanzen mit kräftigen Blättern, welche auch mal ein „Bespringen“ ohne Abknicken gut überstehen.
Gut geeignet hierfür sind diverse Ficus, Philodendron oder Monstera Arten. Eine Sache, welche gerade bei Chamäleons zu beachten ist: In vielen Terrarien für Chamäleons stehen große Birkenfeigen (Ficus benjamini), welche sich mit ihren dichtem Blätterlaub hervorragend als Versteck oder Tropfwasser-Reservoir eignen. Vom Ficus benjamini weiß man, dass die Blätter beispielsweise für Katzen tödlich sind, wenn diese gefressen werden. Auch Chamäleons beißen sich ab und zu mal ein Stückchen „benjamini“ ab, und überstehen dies in der Regel ohne Vergiftungserscheinungen. Allerdings gibt es hier ein Phänomen, was nicht unerwähnt bleiben soll: Bei Ficus benjamini Zuchtformen mit hohem Weißanteil in den Blättern treten vermehrt Vergiftungserscheinungen bis hin zum Tode auf (persönliche Erfahrungen mit Kunden). Ob und wie diese Blätter jetzt giftiger für die Tiere sind als die normalen grünen, entzieht sich unserer Kenntnis.
Ein weiterer stabiler und dankbarer Pflegling für ein Regenwaldterrarium ist die „Efeutute“ (Epipremnum aureum), welche es als einfache Rankpflanze, oder bereits an einem Stab hochgebundene Pflanze im Handel gibt. Alle diese Pflanzen mögen es hell, und feucht!
Pflanzen fürs Regenwaldterrarium (klein)
Für kleinere Regenwald-Biotope beispielsweise für Dendrobaten, kleinere Phelsumen oder Laubfrösche eignen sich verschieden Bromelien, Ficus pumila, Farne und Moose.
Steppenterrarium
Auch in trockenen Lebensräumen kommen Pflanzen vor. Zwar nicht so üppig und farbenfroh wie im Regenwald, aber es gibt sie! Für Steppen-und Trockenterrarien wie für Leopardgeckos, Halsband- oder Maskenleguane haben sich verschiedene Arten von Bogenhanf (Sansevieria) bewährt. Diese Pflanzen sind schon fast „unzerstörbar“, stellen so gut wie keine Ansprüche an den Standort, Licht oder Feuchtigkeit und eignen sich somit hervorragend für solche Lebensräume.
Hier verzichtet man lieber
Für Terrarien mit größeren Tieren wie Riesenschlangen, großen Echsen usw. sollte man auf Pflanzen aus Kunststoff zurückgreifen. Diese gibt es inzwischen in guter Qualität und oftmals erkennt man auf den ersten Blick gar keinen Unterschied mehr zum echten Vorbild. Echte, lebende Pflanzen haben in solche Terrarien oftmals keine Überlebungschance und werden von den Tieren erdrückt oder zertreten.
Dusche für Alle
Eines sollte man vor dem Einsetzen ins Terrarium aber unbedingt machen: Alle Pflanzen, egal ob echt oder aus Kunststoff, sollten vor dem Verbringen in das Terrarium abgeduscht werden, um ggf. vorhandene Rückstände von Dünger, Pflanzenschutzmittel etc. abzuwaschen.