Jeder von uns kennt es doch: Man ruft eine Hotline, einen Shop oder ähnliches an und wird erstmal mit einer künstlichen „Dame“ verbunden, die uns nett fragt, womit sie uns behilflich sein kann. Auf einfache Fragen bekommen wir dann im Idealfall eine zufriedenstellende Antwort, und wenn die KI-Telefon-Assistenz uns auch nicht mehr weiterhelfen kann, wird man endlich mit einem Mitarbeiter verbunden… was dann schonmal gut und gerne 10 Minuten oder länger dauern kann… Warum wir bei Paradise Exotics auf einen persönlichen Ansprechpartner für eure Fragen setzen, wollen wir euch anhand verschiedener Beispiele einmal erläutern:
Die KI ist nicht vom Fach!
Man plant eine Außenanlage für Griechische Landschildkröten und möchte sich von der KI beraten lassen, wie man dieses am besten gestalten soll. Innerhalb weniger Augenblicke erstellt dir dann die KI ein schönes Bild eines Außengeheges. Zugegeben: So ein Foto sieht auf den ersten Blick großartig aus und man kann sich einige Inspirationen holen, aber auf den zweiten, fachmännischen Blick werden Fehler sichtbar, die im schlimmsten fall mit dem Tod der Tiere enden können.
Wenn wir uns dieses KI-Bild eines Außengeheges für Griechische Landschildkröten einmal genauer anschauen, fallen uns einige Punkte sofort auf, die auf gar keinen Fall so verwirklicht werden sollten: 1. Der Teich ist, so wie er auf dem Bild dargestellt wird, viel zu tief und die Wände fallen viel zu steil ab – sollte eine Schildkröte dort hineinfallen, wird sie von allein nicht wieder herauskommen und wohl oder übel ertrinken. 2. Das Gehege ist viel zu klein! Griechische Landschildkröten brauchen Platz – sie müssen Artgenossen aus dem Weg gehen können, sie wollen am Tag einiges an Strecke machen, verschiedene Bereiche des Geheges zu unterschiedlichen Tageszeiten aufsuchen und an unterschiedlichen Stellen nach Futter oder geeigneten Versteckmöglichkeiten suchen. 3. Die Umrandung des Geheges ist nicht gegen ein Überklettern geschützt! Die Stelle, an der auf dem Foto (links) der ausgehölte Holzstamm liegt, eignet sich für die Tiere ideal zum Überklettern der Umzäunung. Was viele nicht wissen (und die KI anscheinend auch nicht): Schildkröten sind wahre Kletterkünstler! Sie stellen sich an Hindernissen auf und ziehen sich mit ihren Füßen hoch, um diese überwinden zu können! Es sollte an kritischen Stellen und an Ecken daher immer ein Schutz vor dem Überklettern angebracht werden! 4. Die Tiere brauchen einen trockenen, warmen und vor Wind und Regen geschützten Innenbereich. Eine Höhle oder Korkröhre, in welcher Regen reinlaufen, und der Wind durchpfeifen kann, ist als alleiniger Rückzugsort nicht geeignet.
Eigene Erfahrungen
Eigene Erfahrungen in der Terraristik kann keine KI ersetzen! Auf die Frage an die KI, wie ich erfolgreich Corallus caninus pflege, wurden mir eine ganze Reihe richtiger Antworten gegeben, aber auch eine Menge falscher Aussagen getroffen. Die erste „Falschaussage“ folgte direkt in der deutschen Übersetzung des lateinischen Namens: Corallus caninus wurde mir hier als Grüner Baumpython „verkauft“, obwohl es sich um die Grüne Hundskopfboa /Grüner Hundskopfschlinger handelt. So wurde schnell aus einer lebendgebärenden (ovoviviparen) Boa eine eierlegende (ovipare) Python generiert! Dann folgender Text: “Hier bekommst du eine praxisnahe, korrekte Haltungsübersicht”in dieser heißt es:”…sehr ruhige Schlange…“ naja, zumindest, solange sie tagsüber ruhen – wenn man nachts ins Becken fassen möchte, muss man sich vor dem schnellen Zustoßen der Tiere in Acht nehmen – die Zähne sind lang, dünn und verursachen üble Wunden! Bei der Haltung steht geschrieben:“…Größer ist klar besser…“ aber auch das lässt sich aus persönlichen Erfahrungen und aus den Erfahrungen anderer, erfolgreicher Halter und Züchter nicht bestätigen. Oftmals ist eher das Gegenteil der Fall: In kleineren Behausungen scheinen die Tiere sich wohler/sicherer zu fühlen, gehen besser ans Futter, würgen das Futter nicht aus und der allgemeine Gesundheitszustand ist stabiler. Des Weiteren wird von der KI ein tägliches Sprühen empfohlen, welches sich in der Praxis nicht bewährt hat. Ein Beregnen alle 2-3 Tage hat sich als völlig ausreichend erwiesen und die Gefahren einer Erkrankung der Atemwege können so minimiert werden…
Das sind halt Erfahrungen und Beobachtungen, welche nur von erfahrenen Haltern und Züchtern gemacht werden und nicht von der KI.
Warum weiß die KI nicht alles?
Das sind jetzt nur ein paar Beispiele, in denen sich die KI geirrt hat. Aber warum ist das so? Die KI zieht ihre Informationen vermutlich aus veralteten, längst überholten Informationen aus dem Internet. Sie trägt das als Informationen zusammen, was am häufigsten im Netz auftaucht. Das dieses nicht immer aktuell und Stand der Dinge ist, zeigen hier die Beispiele. Wir haben aber Kunden, die sich genau auf solche Aussagen der KI verlassen, da sie beispielsweise kein Fachgeschäft mehr in der Nähe haben, in dem man sich gut und richtig beraten lassen kann. Da holt man sich dann halt die gewünschten Informationen aus dem Netz – oder halt von der KI.
Wie wird es bei uns weiter gehen?
Uns ist es ein großes Anliegen, dass Ihr bei uns VOR und natürlich auch NACH dem Kauf eines Tieres immer einen Ansprechpartner mit jahrelanger Erfahrung in der Terraristik für eure Fragen und Problemchen rund ums Tier habt. Deshalb wird es auch in Zukunft keine “KI-Dame” unter unserer Rufnummer geben. Bei uns erreicht ihr auch weiterhin ECHTE Menschen mit jahrelanger Erfahrung rund um die Terraristik am Telefon und im Chat. Versprochen!
Beitragsautor
Christian Huf
Privat pflegt der begeisterte Terrarianer momentan Rote Regenbogenboas (Epicrates c. cenchria) und Hundskopfschlinger (Corallus caninus). Christian ist also ein echter „alter Hase” in der Terraristik, der euch als Kunde bei uns im Shop mit Rat und Tat zur Seite stehen kann und bei vielen Problemen und Fragen rund um die Terraristik eine Lösung parat hat.
Christian (Jahrgang 1978) bezeichnete die Terraristik schon seit frühester Jugend als sein Steckenpferd. In der Teraristik-Abteilung bei „Zoo Jung“ in Moers, dem damals größten und umfangreichsten Zoofachgeschäft am Niederrhein, entwickelte er sich schnell zum Experten und Leiter – und das obwohl es nur sein Schüler-Nebenjob war. Dann zog neben den Strumpfbandnattern noch eine Boa Constrictor als erstes Lieblingstier im Kinderzimmer ein. Und was so begann, entwickelte sich folgerichtig zu weiteren beruflichen Stationen als Inhaber des Fachgeschäfts für Terraristik „Galeria Tropica“ in Oberhausen (bis 2008), Leiter des „Terraristika Shops“ in Recklinghausen (bis 2020), Mit-Organisator der Terrarienbörse „Terra Ruhr“ in Recklinghausen (bis 2020).